Geschichte

Groß Gievitz ist vermutlich eine im 13. Jahrhundert erfolgte Gründung westfälischer Bauern und Ritter im ursprünglich slawisch besiedelten Land Schlön. Der Ortsname leitet sich vom altslawischen Wort gvoru (Wasserblase) ab und bedeutet vermutlich Seedorf, wobei Groß Gievitz wohl die jüngere deutsche Siedlung und der Ortsteil Klein Gievitz die ältere, ursprünglich slawische Siedlung ist. Die Kirche geht auf die Zeit der deutschen Besiedlung im 13. Jahrhundert zurück.Der Ort wurde erstmals 1316 in einem Landesteilungsvertrag der Fürsten Johann II. und Henning von Werle erwähnt. Der Besitz am Ort war auf verschiedene Adelsgeschlechter verteilt, darunter die Voß, deren älteste erhaltene Gievitzer Lehnsurkunde aus dem Jahr 1332 stammt, die aber möglicherweise schon seit der deutschen Besiedlung des Ortes dort begütert waren. Weiteren Besitz am Ort hatten die Hahn und die Flotow. Im 16. Jahrhundert kam der gesamte Besitz an die Herren Flotow auf Stuer und die Hahn auf Basedow, allerdings erlangten im 17. Jahrhundert die Voß den alleinigen Besitz der Gievitzer Güter. Nachdem der Ort im Dreißigjährigen Krieg verwüstet worden war, erfolgte insbesondere unter Ernst Christoph von Voß (1655–1720) der Wiederaufbau des Guts. Sein Neffe und Erbe Friedrich Ernst von Voß (1700–1738) starb jung und hinterließ zwei minderjährige Söhne, von denen Johann Ernst von Voß (1726–1793) die Güter in Gievitz, Schönau und Rumpshagen erhielt. Da er Regierungspräsident in Magdeburg und ab 1763 Hofmarschall der preußischen Königin war, hielt er sich nur im Spätsommer und Herbst, zuletzt nur noch wochenweise mit seiner Gemahlin Sophie Marie von Pannewitz in Gievitz auf. 1796 empfing Letztere, inzwischen selbst zur Oberhofmeisterin aufgestiegen, in Gievitz den Besuch der preußischen Königin Luise und ihres Gemahls, König Friedrich Wilhelm III. Die heute erhaltenen ältesten Häuser des Ortes stammen aus der Zeit um 1750. Um 1800 wurde der Ort als schmutziges Dorf mit etwa 30 lehmgedeckten Katen beschrieben. Nach einem Brand 1820 wurde unter Felix von Voß (1801–1881) viel Baubestand im Ort erneuert. Groß Gievitz erlangte Bedeutung als Handwerkerdorf und besaß bis 1848 die Marktgerechtigkeit. Der letzte Graf von Voß, Felix von Voß (1856–1931), verkaufte das Gut 1929 an einen Rittmeister Kothe, der es jedoch aufgrund von wirtschaftlichen Problemen 1935 an die Nordsiedlung GmbH in Berlin weiterveräußerte. Die Nordsiedlung veranlasste daraufhin die Aufsiedlung des Ortes mit Siedlern aus Schleswig-Holstein, wofür auch vier neue Hofsiedlungen außerhalb des Ortes entstanden. Die meisten Siedler kehrten nach 1945 in ihre alte Heimat nach Westdeutschland zurück.
Die Hofstellen wurden im Zuge der Bodenreform weiter parzelliert und an Neusiedler vergeben, die als Heimatvertriebene aus Ost- und Westpreußen, Pommern und dem Sudetenland nach Mecklenburg gelangt waren.Zum 1. Januar 2012 schlossen sich die Gemeinden Groß Gievitz, Hinrichshagen und Lansen-Schönau zur neuen Gemeinde Peenehagen zusammen.

Quelle: Wikipedia http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9F_Gievitz

Waren (Müritz)

Koordinaten: 53° 31′ N, 12° 41′ O (Karte)
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Höhe: 70 m ü. NN
Fläche: 158,4 km²
Einwohner:
21.230 (31. Dez. 2011)(1)
Bevölkerungsdichte: 134 Einwohner je km²
Postleitzahl: 17192
Vorwahl: 03991
Kfz-Kennzeichen: MÜR
Adresse der
Stadtverwaltung: Zum Amtsbrink 1
17192 Waren (Müritz)
Webpräsenz: www.waren-mueritz.de
Bürgermeister: Günter Rhein (SPD)
Lage der Stadt Waren (Müritz) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Waren Müritz bei Nacht

Stadthafen.

Waren als Virunum in der Magna Germania, klassische Kartierung des 19. Jahrhunderts.Das Heilbad Waren (Müritz) ist eine Mittelstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland) und Sitz des Amtes Seenlandschaft Waren, dem 19 Gemeinden angehören. Die Stadt selbst ist amtsfrei. Waren (Müritz) ist eines der 18 Mittelzentren des Landes. Sie ist der Fläche nach die zweitgrößte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zur Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 war sie die Kreisstadt des Landkreises Müritz.

 

Erste Erwähnung, Name
Waren wird (neben Gnoien, Bützow und einigen weiteren, nicht sicher zuzuordnenden Siedlungsplätzen) bereits um das Jahr 150 n. Chr. vom alexandrinischen Geografen Claudius Ptolemäus erwähnt (als „Virunum“) und ist deshalb einer der ersten urkundlich erwähnten Orte auf dem Gebiet Mecklenburg-Vorpommerns.
Der Name ist aus dem Slawischen abgeleitet und bedeutet Krähen- oder Rabenort.
Der Name der Stadt könnte auch auf den germanischen Stamm der Warnen (Variner) zurückgehen. Der Name wurde früher auch Wahren, Warne oder lateinisch Warnae geschrieben. 1914 erhielt der Ort den Namen „Waren (Müritz)“ (Müritz stammt von dem wendischen Wort Morcze = Meer).
Mittelalter
Die mittelalterliche Stadt wurde um 1260 an der Handelsstraße vom Land Stargard nach Wismar bei einer Burg und einem slawischen Dorf von Siedlern aus Westfalen gegründet. Die ursprüngliche Stadt lag im Bereich um die Georgenkirche, am Alten Markt (Altstadt). Die Georgenkirche wurde 1273 erstmals erwähnt. Am Alten Markt (heute: Alter Markt 14) befand sich das erste Rathaus. Wenig später entstand die Neustadt (Marienkirche), die um 1325 mit der Altstadt vereint wurde. Mittelpunkt war jetzt der Neue Markt, der Altstadt und Neustadt verbindet. Um die Stadt verlief eine Stadtmauer.
Seit 1292 wurde Waren als civitas (Stadtrecht) bezeichnet und ab 1331 als oppidum (kleinere Stadt). 1306 bekam die Stadt das Fischereirecht auf der Müritz.
Von 1347 bis 1425 war Waren die Residenz einer Nebenlinie des Hauses Werle. Die Werlesche Burg soll südlich der Marienkirche gestanden haben (Burgstraße).
Neuzeit
Durch die großen Stadtbrände von 1568, 1637, 1671, 1673 und 1699 und durch den Dreißigjährigen Krieg wurde die Stadt vielfach verwüstet.
Das erste Rathaus stand am Alten Markt und danach mitten auf dem Neuen Markt. Das jetzige Rathaus am Neuen Markt wurde 1791 bis 1797 gebaut und 1857 ausgebaut.
19. Jahrhundert
1806 fanden in der Stadt und in ihrer Umgebung Kämpfe zwischen Blücher und den Franzosen statt.
Die Kanalisierungen der Elde (1798–1803 und 1831–1837) und der Bau des Bolter Kanals (1831–1837) bewirkten einen wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt. 1839 entstand eine Gewerbeschule. 1845 eröffnete die erste Badeanstalt an der Müritz. 1862 wurde in der heutigen Müritzstraße am Stadthafen die Brauerei Birkenstädt gegründet, die ihren Betrieb aber bereits 1920 wieder einstellte. 1869 wurde das Gymnasium, zunächst als Progymnasium, gegründet (heute Richard-Wossidlo-Gymnasium). 1848/49 wurde die Chaussee Malchow–Waren–Neubrandenburg gebaut und mit dem Anschluss an die Bahnstrecke Waren–Malchin ab 1879 entwickelte sich Waren zu einem Verkehrsknotenpunkt. 1885 wurde die Mecklenburgische Südbahn von Parchim über Waren nach Neubrandenburg, 1886 die Lloydbahn von Neustrelitz über Waren nach Rostock eröffnet.
1920er Jahre
Der Rittmeister Stephan von le Fort (1884–1953) vom Gut Boek sammelte 1920 eine Reihe von Freikorps-Kämpfern um sich und verhängte während des Kapp-Putsches am 17. März 1920 über die Stadt Waren den Belagerungszustand. Am 18. März 1920 ließ er mit seinem Vetter, dem Reichswehrleutnant Peter Alexander von le Fort, die Stadt mit einem Geschütz und drei Maschinengewehren vom Galgenberg aus beschießen, wobei es fünf Tote und elf Schwerverletzte zu beklagen gab. Nach der Niederschlagung des Putsches flohen beide nach München und Österreich, und der Familienbesitz wurde vom Freistaat Mecklenburg-Strelitz liquidiert.[3] An der Rückfront des Warener Rathauses ist heute noch ein Einschussloch zur Erinnerung an die Beschießung zu sehen.
Seit 1920 erhebt die Stadt eine Kurtaxe. Am 3. Dezember 1920 wurde Waren Kreisstadt des Landkreises Waren. Am 11. November 1925 wurde das Amt Röbel dem Amt Waren zugeschlagen. 1925 erhielt die Stadt elektrisches Licht. Im gleichen Jahr hatte der Warener Hafen seinen wirtschaftlichen Höhepunkt – 188 ankommende und 208 auslaufende Schiffe schlugen insgesamt 22.330 t Güter um.
1927 waren in der Stadt folgende größere Betriebe tätig: Die Molkerei Naschkatze, die Maschinenfabrik und Eisengießerei Piechatzek (heute Mecklenburger Metallguss), die Dampfsägerei Steinborn, die Mühle Thiele und Buggisch. Weiter die Milchexportgesellschaft Natura, eine Kartoffelflockenfabrik, die Dampfsägerei Strubelt, eine Gasanstalt und ein Unternehmen zur Fischverwertung.
Es gab 14 Baugeschäfte, eine Dachpappenfabrik, fünf Mühlen, zwei Zementsteinfabriken und die Großfischerei Rosengarten.
Am 15. September 1929 wurde die katholische Kirche geweiht.
Zeit des Nationalsozialismus
Bei den Amtsvertreterwahlen am 1. November 1931 wurde die NSDAP stärkste Partei. Sie stellte ab 1. April 1932 den Amtshauptmann (Landrat) und ab Dezember 1932 den Bürgermeister. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden die in Waren ansässigen jüdischen Bürger verfolgt, vertrieben und in Konzentrationslagern ermordet. Die jüdische Gemeinde, die in der Mitte des 19. Jahrhunderts 150 Mitglieder gehabt hatte, schrumpfte bis April 1938 auf neun Mitglieder. Die alte Synagoge war schon 1936 an Privat verkauft worden, so dass sie von den Nazis nicht zerstört wurde. Es wurde aber der Jüdische Friedhof beim Novemberpogrom 1938 geschändet und zerstört. Seit 1961 erinnert dort eine Gedenkstätte an ihn. 1942 lebten keine Juden mehr in Waren.
Ab 1936 errichteten die Dürener Metallwerke (Zulieferer für die militärische Flugzeugindustrie) ein Werk in Waren, die Mecklenburgische Metallwarenfabrik m.b.H. Waren (Memefa), die zum Quandt-Konzern gehörte. Dort mussten mehrere Tausend Kriegsgefangene sowie Frauen und Männer aus den von Deutschland besetzten Ländern unter z.T. menschenunwürdigen Bedingungen Zwangsarbeit verrichten. Zur Schaffung von Werkswohnungen für die deutschen Beschäftigten entstand von 1936 bis 1941 die Westsiedlung, für die der Berliner Architekt Günther Paulus (1898-1976) Mehrfamilienhäuser (in der Thomas-Mann-Straße, Friedrich-Engels-Platz, Clara Zetkin-Straße), Doppelhäuser und die sogenannten Werkmeisterwohnhäuser entwarf. In der Folge wuchs die Einwohnerzahl um über 4000. In Warenshof entstand das „Marinelager“ als Barackensiedlung (Ausbildung für den Nachrichtendienst der Marine).
Während des Zweiten Weltkriegs wurde im Kurhaus „Müritzhöhe“ ein Marinelazarett eingerichtet. In den letzten Kriegsmonaten wurden zusätzlich die Volksschule an der Denkmalstraße, das Gymnasium und das Hotel „Warener Hof“ zu Notlazaretten. Am 1. Mai 1945 besetzte die Rote Armee kampflos die Stadt.
1945 bis 1990
Im Oktober setzte der sowjetische Militärkommandant per Befehl Friedrich Dethloff (KPD) als Bürgermeister ein. Die sowjetische NKWD-Dienststelle in der Kietzstraße 10, dem „Haus des Schreckens“, war für harte Verhöre und Folter bekannt. Ende des Jahres waren über 6000 Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in der Stadt. Bis zum Frühjahr 1946 gab es eine Typhusepidemie, der viele Menschen zum Opfer fielen. Die Einrichtungen der „Memefa“ und der Dampfmühle Thiele und Buggisch wurden als Reparationsleistungen demontiert und in die Sowjetunion gebracht. Die Bahnlinie Rostock-Neustrelitz sowie die Teilstrecken Malchow-Karow und Möllenhagen-Neubrandenburg wurden stillgelegt und die Gleise abtransportiert.
In den 1970er Jahren wurden größere Teile der historischen Altstadt einer großflächigen neuen Verkehrsplanung geopfert und abgerissen. Dieser Verlust bewirkte in Waren eine Sensibilisierung besonders vieler Einwohner für die Erhaltung der verbliebenen, oft jahrhundertealten Bauten der Altstadt. Lange vor Mauerfall und Grenzöffnung entstand in Waren eine Bürgerbewegung „Rettet die Altstadt“, deren Wirken maßgeblichen Anteil am Charme des heutigen Stadtkerns hat.
Bei Waren befand sich eines der vier zentralen Atomraketendepots der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland.
ab 1990
Nach der Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern zwischen der Müritz und dem Tiefwarensee im Rahmen der Städtebauförderung saniert und damit das Stadtbild mit den zwei Kirchen, Rathaus, Altem und Neuem Markt und den Speichern verbessert. Seit 1. Mai 1999 ist Waren ein „staatlich anerkannter Luftkurort“, seit Juni 2012 trägt die Stadt zusätzlich das Kurortprädikat „Heilbad“.
Einwohnerentwicklung
(jeweils am 31. Dezember)
Jahr Einwohner
1810 3.022
1850 5.258
1900 8.848
1910 9.182
1919 9.203
1925 10.363
1933 11.622
1937 14.236
Jahr Einwohner
1939 15.538
1945* 19.218
1950 20.594
1970 21.332
1977 23.057
1983 24.101
1987 24.300
2004 21.637
2006 21.236
* 1. Dezember
Politik

Stadtvertretung
Die Stadtvertretung Warens (gewählt 2009) setzt sich wie folgt zusammen:
Partei Sitze Stimmanteile
CDU 8 29,1 %
SPD 8 27,1 %
Die Linke 6 20,5 %
FDP 3 10,4 %
Müritzer Unternehmensgruppe (MUG) 2 7,3 %
GRÜNE 1 3,4 %
NPD 1 1,8 %
Städtepartnerschaften. Die Stadt Waren (Müritz) pflegt zum Erfahrungsaustausch Städtepartnerschaften. Es werden gemeinsame Projekte entwickelt, Gäste aus einigen Partnerstädten beteiligen sich an der Gestaltung des Müritzfestes mit Informationsständen und kulturellen Beiträgen. Im Gegenzug ist Waren bei ähnlichen Veranstaltungen der Partner präsent. 2005 wurde in der Stadtvertretung eine Arbeitsgruppe Städtepartnerschaften gegründet, die Gästebetreuung vor Ort organisiert und für Konzeptarbeit, Projektplanung und Haushaltsplanung zuständig ist.
Städtepartnerschaften bestehen zu den deutschen Städten Springe in Niedersachsen und Schleswig in Schleswig-Holstein. Internationale Partnerstädte sind Rokkasho in Japan, Magione in Italien, Suwałki in Polen und Gorna Orjachowiza in Bulgarien.
Wappen
Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 44 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.
Blasonierung: „In Gold die Front einer gezinnten roten Rundmauer mit offenem Tor und zwei großen, spitzbedachten Zinnentürmen auf grünem Anger, bespült von blauen Wellen; zwischen den Türmen auf der Mauer die vordere Hälfte eines herschauenden, nach rechts schreitenden schwarzen Stiers mit silbernen Hörnern und goldener Krone; über dem Haupt des Stieres ein schwebender blauer Topfhelm mit zwei an gekreuzten grünen Stangen befestigten Pfauenfederrosetten in natürlichen Farben.“
Das Wappen wurde 1993 von dem Barsbütteler Hans-Frieder Kühne neu gezeichnet.
Flagge: Die Flagge der Stadt Waren (Müritz) ist gleichmäßig längsgestreift in Blau, Gold (Gelb) und Rot. Auf dem goldenen (gelben) Streifen liegt in der Mitte, zu jeweils zwei Dritteln in den blauen und roten Streifen übergehend, das Stadtwappen.
Kultur und Sehenswürdigkeiten

Toll ist der Blick über den Tiefwarensee

oder das Müritzeum, direkt am Herrensee in Waren (Müritz)

Marienkirche von Waren

Wasserturm auf dem Nesselberg
Um Waren herum befinden sich Naturparks wie die Nossentiner-Schwinzer Heide oder der Müritz-Nationalpark. Auf dem Damerower Werder, der zur Gemeinde Jabel gehört, befindet sich auch ein Schaugehege für Wisente.
Im historischen Stadtkern von Waren (Müritz) befinden sich viele Restaurants, Cafés und Bars und mehrere Einkaufsstraßen.
Müritzeum
Das Müritzeum zeigt das größte Süßwasseraquarium für heimische Fische in Deutschland und eine interaktive, multimediale Ausstellung zu den Schönheiten und Besonderheiten der Müritz Region und des Müritz-Nationalparks. Gleichzeitig fungiert das Müritzeum als Informations- und Naturerlebniszentrum für die Mecklenburgische Seenplatte. Über 40 Fischarten aus Mecklenburg-Vorpommern werden gezeigt.
Kirchen
Kirche St. Georgen
Die Georgenkirche vom Anfang des 14. Jahrhunderts ist eine dreischiffige Basilika mit vierjochigem Langhaus, das von einem Kreuzrippengewölbe gedeckt wird. Der Bau besteht aus Backsteinen. Der quadratische Westturm ist von 1414. 1699 wütete ein Brand, die Herrichtung des Gebäudes fand aber erst Mitte des 19. Jahrhunderts statt. Altar, Kanzel und Doppelempore wurden im neugotischen Stil geschaffen. Der Altar stellt eine Kreuzigungsgruppe mit Maria, Maria Magdalena und Johannes dar. Sie wurde von einem Tiroler Bildhauer geschnitzt. Die Kirchgemeinde St. Georgen hat etwa 2300 Mitglieder.
Kirche St. Marien
Die Kirche St. Marien ist ein rechteckiger, einschiffiger Backsteinbau im Osten der Altstadt. Um sie herum gründete sich die sogenannte Neustadt. Der Westturm mit seinem sehr auffälligen Turmaufbau wurde am Anfang des 14. Jahrhunderts errichtet, wobei der Aufbau selbst von 1790/1972 stammt. Der rechteckige Feldsteinchor geht auf die Überreste der dort errichteten Burgkapelle der nicht mehr existierenden Warener Burg („Große Burgstraße“) zurück. Datiert wird dies auf den Beginn des 13. Jahrhunderts. Die Fenster der Sakristei sind im romanischen Stil gehalten.
Weitere Gebäude
Altes Rathaus (Zweigeschossiger Backsteinbau mit Arkaden – ehemaligen Gerichtslaube – am Ostgiebel, 15. Jahrhundert) und Alter Markt
Alte Feuerwache (Eingeschossiger Backsteinbau 19. Jahrhundert) und Alter Markt
Neues Rathaus (Tudorgotik, Mitte 19. Jahrhundert) mit Einschussloch vom Kapp-Putsch 1920 und Neuer Markt
Löwenapotheke (zweigeschossiger Fachwerkbau, um 1800, mit dem „Haus des Gastes“), Neuer Markt 21
Stadthafen mit den alten Hafenspeichern
Kietzspeicher
Müritzeum
Haupthaus Richard-Wossidlo-Gymnasium
Schloss Weinberg
Bürger- und Verwaltungszentrum
Brauhaus Müritz
Geschichtsdenkmal
Gedenktafel an der heutigen Volksbank (Kiezstraße) für die Folterungen durch die Sowjets nach 1945
Gedenkstein am Friedhof (an der B 192) für die Heimatvertriebenen aus den deutschen Ostgebieten
Gedenktafel aus dem Jahre 1994 am Sitz der Europäischen Akademie Mecklenburg-Vorpommern für Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene aus acht europäischen Ländern, die in der Rüstungsproduktion der Memefa Zwangsarbeit verrichten mussten
Gedenkstein von 1945 auf dem Friedhof an den Gräbern sowjetischer Soldaten und Zwangsarbeiter
Gedenkstätte aus den Jahren 1947 und 1950 Am Kietz für 224 weibliche KZ-Häftlinge, die Opfer der Zwangsarbeit wurden
Gedenktafel aus den 1960er Jahren am Haus Feldstraße 19 für den kommunistischen Widerstandskämpfer Hermann Gatzke, der wegen seines Widerstands zu hoher Zuchthausstrafe verurteilt wurde
Gedenktafel aus den 1960er Jahren in der Papenbergstraße 12 für den kommunistischen Stadtverordneten Paul Rachow, der 1945 im KZ Neuengamme ermordet wurde.
Gedenkanlage mit Holzskulptur aus dem Jahre 1994 von dem Bildhauer Sven Domann an der Geschwister-Scholl-Straße/Ecke Dietrich-Bonhoeffer-Straße zur Erinnerung an den christlichen Widerstand der „Weißen Rose“
Gedenkstätte mit Tafel am Papenberg an der Straße nach Neubrandenburg für den 1938 von den Nazis geschändeten Jüdischen Friedhof. An der Umfriedungsmauer eine Travertinstele des Bildhauers Walter Preik für die jüdischen Opfer des Faschismus
Gedenkstein am südlichen Ufer des Tiefwarensees zur Erinnerung an die Warener Synagoge
Müritz-Saga
Die Müritz-Saga ist ein Zyklus von Theaterstücken, deren fiktive Handlungen in der Müritz-Region spielen. Ergänzt werden die Stoffe durch Sagen, Geschichten und Legenden der Region bereichert werden. Jeder Teil hat eine in sich abgeschlossene Handlung. Allerdings bauen die Teile lose aufeinander auf. Die Stücke sind eigens Freilichtbühne in Waren konzipiert, die sich auf dem Areal rund um das romantische Amphitheater auf dem Mühlenberg befindet und nach 2006 umgebaut und neu gestaltet wurde. Die Naturbühne wurde dazu restauriert, die Besucherränge erneuert und ein Haus für die Tontechnik und Regie errichtet. Im Sommer 2009 entstand ein Cateringhäuschen in mittelalterlicher Ansicht. Das Theater verfügt nunmehr über 1200 Sitzplätze.
Autor der Müritz-Saga ist der Film- und Fernsehregisseur Roland Oehme. Der erste Teil Zeit der Hoffnung erlebte 2006 auf der Freilichtbühne seine Premiere. Seither folgte jährlich ein weiterer Teil. Regie führt der Schauspieler und Regisseur Nils Düwell. Außer ausgebildeten Schauspielern nehmen Einwohner der Müritzregion auf der Bühne teil.
2006: Zeit der Hoffnung
2007: Unter dem Hexenhammer
2008: Pakt mit dem Teufel
2009: Teufel, Pest und fromme Worte
2010: Die Maske fällt
2011: Wolf von Warentin
2012: Ein Herz und eine Klinge
Regelmäßige Veranstaltungen

Der Müritz-Lauf ist die teilnehmerstärkste Sportveranstaltung (2010 – 975 Teilnehmer)
Seit 2002 findet jährlich im Mai die Müritz Sail statt, an der Binnensegler und auch Hochseesegler teilnehmen und mehr als 50.000 Besucher in die Stadt strömen.
Am letzten Juliwochenende findet jedes Jahr in Waren der Triathlon in Mecklenburg-Vorpommern statt.
Das Müritz-Schwimmen findet seit über 30 Jahren über eine Strecke von 1950 Metern im nördlichen Teil der Müritz statt, an dem mehrere hundert Schwimmer jährlich teilnehmen.
Seit 2001 ist der Müritz-Lauf Bestandteil des sportlichen Geschehens. Jedes Jahr im August treffen sich nationale und internationale Sportler, um an den verschiedenen Wettbewerben rund um die Müritz teilzunehmen. Der Müritz-Lauf ist die teilnehmerstärkste Veranstaltung der Region.
Wirtschaft, Verkehr und Infrastruktur

Verkehr
Straßen
Die Bundesautobahn 19 führt in 30 Kilometern Entfernung an der Stadt vorbei. Waren ist über die Bundesstraßen 192 und 108 an die Autobahn angebunden.
Eisenbahn
Waren (Müritz) liegt an der Eisenbahnstrecke Berlin–Rostock (Lloydbahn). Eine Nebenbahnstrecke (Mecklenburgische Südbahn) über Parchim und Ludwigslust nach Hagenow besitzt Anschlussmöglichkeiten nach Schwerin und Hamburg. Seit 2007 gibt es den ICE-Halt an der Strecke Rostock – Berlin – München in Waren.
Öffentlicher Personennahverkehr
Der Öffentliche Personennahverkehr der Stadt erfolgt durch die Personenverkehr GmbH Müritz. Diese betreibt zwei Stadtbuslinien. Zudem besteht eine Regionalbuslinie im Taktverkehr und das Umland im Müritzkreis ist mit Regionalbussen erreichbar.
Ansässige Unternehmen
Mecklenburger Metallguss GmbH (MMG), die im Februar 2006 den weltweit größten jemals hergestellten Schiffspropeller auslieferte.
Heinrich Nölke GmbH & Co. KG Betrieb Waren/Müritz
Möwe Teigwarenwerk GmbH
Öffentliche Einrichtungen
Staatliche Einrichtungen
Stadtverwaltung
Amt Seenlandschaft Waren
Amtsgericht und Grundbuchamt Waren (Müritz)
Finanzamt Waren
Wasserschutzpolizeiinspektion
Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg, Außenstelle Waren
Bildungseinrichtungen
Richard-Wossidlo-Gymnasium als Campus-Gymnasium
Berufsschule mit Fachgymnasium
Überregionales Ausbildungszentrum Waren/Grevesmühlen (ÜAZ)
Sonderpädagogisches Förderzentrum „Pestalozzi“ Waren
Regionalschulen
Friedrich-Dethloff-Schule
Regionalschule Waren-West
Grundschulen mit Orientierungsstufe
Arche-Schule, Evangelische Grundschule mit Orientierungsstufe
Grundschulen
Käthe-Kollwitz-Grundschule
Grundschule am Papenberg
Freizeit- und Sportanlagen
Waren strebt den Titel Soleheilbad an. Die dazu nötige Sole wird gefördert und als Solesalz verkauft.
Die Müritz bietet zahlreiche Möglichkeiten wie Schwimmen, Segeln, Windsurfen. Es gibt vier Strandbäder und ein gut ausgebautes Wegenetz.
Die Stadt weist ein Drei-Säle-Kino, eine Bundeskegelbahn und eine Bowlingbahn auf.
Am nordöstlichen Stadtrand von Waren verläuft einmal rund um den Tiefwarensee der Eiszeitlehrpfad Tiefwarensee.
Der Warener Luftsportverein unterhält einen Flugplatz in Waren/Vielist.
Klima

Waren liegt im klimatischen Übergangsbereich zwischen dem ozeanischen Meeresklima und dem kontinentalen Klima. Das Mikroklima wird im Wesentlichen durch die Müritz beeinflusst. Dadurch wird der Jahresgang der Temperatur sowohl bei der Erwärmung im Frühjahr als auch bei der Abkühlung im Herbst abgeschwächt. In Waren wird im langjährigen Mittel mit -4 °C die niedrigste Februartemperatur in Mecklenburg-Vorpommern registriert (Jeschke et al 1980). Die Gebiete östlich der Müritz liegen im Regenschatten der mecklenburgischen Großseen und zeichnen sich durch geringere Niederschlagsmengen aus.

 

Söhne und Töchter der Stadt
Zeitlich geordnet
Johann Albrecht II. (1590–1636), Herzog zu Mecklenburg
Johann Carl Heinrich Dreyer (1723–1802), Rechtswissenschaftler und Politiker
Henriette von Bissing (1798–1879), Schriftstellerin
Karl Heydemann (1845–1904), Reichstagsabgeordneter
Auguste Sprengel (1847–1934), Erzieherin und Begründerin der Frauenschulbewegung
Heinz Sarkowski (1925–2006), Buchhersteller, Verlagsmitarbeiter und Autor
Heinz Penzlin (* 1932), Zoologe und Tierphysiologe
Jürgen Seidel (* 1948), Politiker (CDU)
Rudolf Borchert (* 1952), Politiker (SPD), Mitglied des Landtages
Monika Hamann, geb. Meyer (* 1954), Leichtathletin, 100m- und 200m-Läuferin, 4*100m Staffel
Senno Salzwedel (* 1959), Gewichtheber, Weltmeister im Stoßen 1985
Sylvia Bretschneider (* 1960), Politikerin (SPD), Mitglied und Präsidentin des Landtages Mecklenburg-Vorpommern
Thomas Schröder (* 1962), Leichtathlet, 100m-Läufer, 4*100m Staffel
David Timm (* 1969), Pianist, Organist, Chorleiter und Jazzmusiker
Katrin Borchert (* 1969), Kanutin
Matthias Reckzeh (* 1973), Handballtorwart
Sandra Weckert (* 1973), Jazzmusikerin
Toralf Schnur (* 1975), Politiker (FDP)
Daniela Rossek (* 1976), Rollstuhl-Fechterin
Persönlichkeiten, die in der Stadt gewirkt haben
Zeitlich geordnet
Bernhard II. (um 1320–1382), Fürst, 1347–1382 Herr zu Werle-Waren
Carl Bandelow (1804–1869), Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung, soll ab 1835 Gutsbesitzer in Waren gewesen sein
Albert Sprengel (1811–1854), Jurist und Stadtrichter in Waren
Richard Wossidlo (1859–1939), Volkskundler, war von 1886 bis 1922 Lehrer am Gymnasium der Stadt und ist Ehrenbürger von Waren (Müritz)
Martha Fritsch (1860–1917), Theodor Fontanes einzige Tochter und Herausgeberin, verbrachte die letzten Jahre ihres Lebens in Waren (Müritz)
Ernst Hamann (1862–1952), mecklenburgischer Heimatdichter, verbrachte Jugend- und Schuljahre in Waren
Klausjürgen Wussow (1929–2007), Schauspieler, besuchte ab 1946 das Gymnasium der Stadt
Doris Zutt (* 1955), Politikerin der NPD

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Waren_(M%C3%BCritz)#Geschichte

Müritz
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Müritz (Begriffsklärung) aufgeführt.
Müritz

Müritz, Ansteuerungstonne „Mitte“
Geographische Lage Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern, Deutschland
Zuflüsse Elde
Abfluss Reeckkanal (Elde), Bolter Kanal, Mirower Kanal
Städte am Ufer Waren (Müritz), Röbel/Müritz
Daten
Koordinaten 53° 25′ N, 12° 41′ OKoordinaten: 53° 25′ N, 12° 41′ O (Karte)
Höhe über Meeresspiegel 62,1 m ü. NHN
Fläche 112,6 km²[1]
Länge 17,8 km[1]
Breite 9,9 km[1]
Volumen 737,0 Mio. m³[1]
Maximale Tiefe 31.0 m[1]
Mittlere Tiefe 6,5 m[1]
pH-Wert 7,5-8,0
Einzugsgebiet 663 km²[1]
Besonderheiten
größter innerdeutscher See

Die Müritz ([ˈmyʁɪts]; von slawisch morcze = „kleines Meer“) ist ein See innerhalb der Mecklenburgischen Seenplatte im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte, Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist der größte See, der vollständig innerhalb Deutschlands liegt. (Der Bodensee ist größer, an ihm haben aber auch Österreich und die Schweiz Anteile.)
Die gesamte Müritz ist Bestandteil der Bundeswasserstraße Müritz-Elde-Wasserstraße mit der Wasserstraßenklasse I; zuständig ist das Wasser- und Schifffahrtsamt Lauenburg.

Das Müritzbecken kann in mehrere große Buchten gegliedert werden. Gegenüber dem flachen Ostteil des Sees ist die Westseite durch rinnenartige Vertiefungen wie die Röbeler und die Sietower Bucht gegliedert. An der Stadt Waren im Norden des Sees befindet sich die Binnenmüritz mit der tiefsten Stelle des Sees (−31 m), die nur eine schmale Verbindung mit dem Hauptbecken der Müritz aufweist. Im Süden des Sees liegt die Kleine Müritz, von der nach Süden der Müritzarm mit dem Müritzsee an seinem Ende abzweigt. Die Ausdehnung in Nord-Süd-Richtung beträgt etwa 29 km, in Ost-West-Richtung etwa 13 km. Die Müritz hat ein Einzugsgebiet von etwa 663 km². Die Müritz wird von der Elde von Süden nach Norden durchflossen und hat von der Binnenmüritz über den gut zwei Kilometer langen Reeckkanal (auch Eldenburger Kanal) Verbindung nach Westen zum Kölpinsee. Da sie außerdem nach Osten über den Mirower Kanal, der Bestandteil der Müritz-Havel-Wasserstraße ist, und den Bolter Kanal sowie über Ketten daran anschließender Seen die Havel speist, ist sie künstlich zu einem bifurkierenden Gewässer geworden.
Entstehung
Die Müritz entstand während der letzten Eiszeit zwischen dem Pommerschen und dem Frankfurter Stadium. Ursprünglich war die gesamte Mecklenburgische Seenplatte ein großer See, der sich infolge der Seespiegelabsenkung in mehrere kleinere miteinander verbundene Seen gliederte.
Wasserspiegel
Die Wasserspiegelhöhe der Müritz wurde in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach vor allem durch menschliche Eingriffe verändert. Lag sie ursprünglich im 12. Jahrhundert noch bei 60,5 Meter über dem Meeresspiegel, so wurde das Gewässer zum Betrieb von Mühlen unter anderem im Verlauf des Eldeabflusses in mehreren positiven wie negativen Schritten bis auf 64,35 Meter im Jahr 1737 aufgestaut. Bereits 1739 wurde der Mühlenstau wieder um 1,51 Meter abgesenkt. Im Zuge zweier Elderegulierungen und zweier weiterer Veränderungen des Mühlenstaus befand sich der Wasserspiegel 1836 mit 62 m ü. NN auf dem heutigen Niveau.
Nationalpark
1990 wurde der Müritz-Nationalpark als geschütztes Areal mit 318 km² Fläche am Ostufer der Müritz ausgewiesen, der stellenweise eine einzigartige Flora und Fauna aufweist. Zur Landschaftspflege werden hier Fjäll-Rinder und Gotlandschafe eingesetzt. Als Naturschutzgebiete sind die Halbinseln Großer Schwerin und Steinhorn sowie deren Umfeld im Südwesten und das Müritzsteilufer bei Rechlin im Südosten des Sees ausgewiesen. Mit Ausnahme der durch den Nationalpark abgedeckten kleinen Wasserfläche im Osten der Müritz ist die gesamte Müritz Landschaftsschutzgebiet.
Flora
Die besondere Form der Müritz bewirkt, dass es im Grunde nur ein Ost- und ein Westufer gibt. Die Uferzonen im Westen sind durch Wiesen, kleine Wälder und auf sanften Hügeln geschwungene Felder geprägt. Auf der Ostseite gehört ein Teil des Nationalparks zum Uferbereich. Hier finden sich zumeist Feuchtgebüsche, Bruchwald und Schilfrohrzonen. Weitläufige Kiefernwälder schließen sich an.
Ortschaften
Die größte Stadt an der Müritz ist Waren (Müritz). Weitere Orte sind (im Uhrzeigersinn) Rechlin, Priborn,Vipperow, Ludorf, Röbel/Müritz, Gotthun, Sietow und Klink.

Stadthafen von Waren

Bootshäuser vor Röbel
Teilgewässer und angrenzende Gewässer

Der See selbst heißt Müritz und nicht Müritzsee, dies ist lediglich eine historische Bezeichnung. Der eigentliche Müritzsee schließt südlich an den Müritzarm an. Die Müritz hat folgende Teilgewässer bzw. Abschnitte:
Binnenmüritz, der Nordteil des Sees bei Waren (Müritz),
Sietower Bucht,
Röbeler Binnensee und
Zähnerlank im Westen,
Kleine Müritz zwischen Rechlin und Vipperow und
Müritzarm im Süden, ein von der Elde durchflossener sehr schmaler Abschnitt des Sees bei Priborn, südlich von Priborn mündet die Elde in die Müritz ein,
Müritzsee von der Eldeeinmündung bis Buchholz, wo die Müritz-Elde-Wasserstraße beginnt.
angrenzende Gewässer:
von der Müritz fließt im Nordwesten die Elde in den Kölpinsee
im Müritz-Nationalpark im Osten der Müritz: Feisneck, Rederangsee und Specker See
ebenfalls im Osten die Alte Fahrt zur Havel (über Bolter Kanal, Caarpsee, Woterfitzsee, Leppinsee, Die Mössel, Großer und Kleiner Kotzower See, Granzower Möschen und Mirower See nach Mirow)
von der Kleinen Müritz zweigt der Mirower Kanal als Neue Fahrt zur Havel nach Mirow ab
Siehe auch

Liste der Seen in Mecklenburg-Vorpommern

a b c d e f g Dokumentation von Zustand und Entwicklung der wichtigsten Seen Deutschlands: Teil 2 Mecklenburg-Vorpommern (PDF; 3,5 MB)

Verzeichnis E, Lfd. Nr. 35 der Chronik, Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
Fred Ruchhöft: Der Wasserstand der „Oberen Seen“ in Mecklenburg in Mittelalter und früher Neuzeit in: Archäologische Berichte aus Mecklenburg-Vorpommern, Bd. 6, 1999

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/M%C3%BCritz

Peenehagen
Wappen Deutschlandkarte

Koordinaten: 53° 36′ N, 12° 44′ O (Karte)
Basisdaten
Bundesland: Mecklenburg-Vorpommern
Landkreis: Mecklenburgische Seenplatte
Amt: Seenlandschaft Waren
Höhe: 48 m ü. NN
Fläche: 54,6 km²
Einwohner:
1079 (31. Dez. 2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 20 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 17192, 17194
Vorwahlen: 039934, 039953
Kfz-Kennzeichen: MÜR
Gemeindeschlüssel: 13 0 71 172
Adresse der Amtsverwaltung: Friedensstraße 11
17192 Waren (Müritz)
Lage der Gemeinde Peenehagen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Peenehagen ist der Name einer Gemeinde im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern (Deutschland), die zum 1. Januar 2012 aus dem Zusammenschluss der Gemeinden Groß Gievitz, Hinrichshagen und Lansen-Schönau entstanden ist.[2] Die Gemeinde wird vom Amt Seenlandschaft Waren mit Sitz in der Stadt Waren (Müritz) verwaltet.

Die Gemeinde liegt in der Mecklenburgischen Seenplatte in dem waldreichen hügeligen Gebiet nördlich der Stadt Waren (Müritz) und westlich des Torgelower Sees. Namengebend ist die Ostpeene, die im Gemeindegebiet aus dem Torgelower See austritt.
Zur Gemeinde Peenehagen gehören die Ortsteile Alt Schönau, Carlsruh, Forsthof, Groß Gievitz, Hinrichshagen, Johannshof, Klein Gievitz, Lansen, Levenstorf, Minenhof, Neu Schönau, Schwarzenhof und Sorgenlos.
Postalisch gliedert sich das Gemeindegebiet in folgende Orte:
17192 Groß Gievitz (mit den Ortsteilen Carlsruh, Groß Gievitz, Klein Gievitz, Minenhof und Sorgenlos)
17192 Lansen-Schönau (mit den Ortsteilen Alt Schönau, Johannshof, Lansen, Neu Schönau und Schwarzenhof)
17192 Levenstorf
17194 Hinrichshagen (inklusive der Straße Forsthof)
Kultur und Sehenswürdigkeiten

Siehe Liste der Baudenkmale in Peenehagen.
Infrastruktur

Durch das Gemeindegebiet führt die stillgelegte Bahnstrecke Waren–Malchin.
Persönlichkeiten

Günther Freiherr von Hammerstein-Equord (* 16. September 1877 in Hinrichshagen; † 17. Oktober 1965), deutscher Offizier, zuletzt Generalleutnant im Zweiten Weltkrieg
Max Rudeloff (* 1857 in Hinrichshagen; † 18. Juli 1929), deutscher Ingenieur, Professor des Materialprüfungswesens und Direktor des Königlichen Materialprüfungsamtes Berlin

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Peenehagen

Stavenhagen ist eine Kleinstadt im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern. Sie ist Amtssitz des Amtes Stavenhagen und führt seit dem 12. Juli 1949 die Bezeichnung Reuterstadt vor ihrem Namen.

Im Jahr 2009 war Stavenhagen gemäß der Wetterbilanz des Deutschen Wetterdienstes mit einer Niederschlagsmenge von 442 Milliliter im Jahr der trockenste Ort Deutschlands.
Stadtgliederung

Zu Stavenhagen gehören die Ortsteile Basepohl, Basepohl Am See, Klockow, Kölpin, Neubauhof, Pribbenow und Wüstgrabow.
Geschichte

Barockes Schloss Stavenhagen, Parkseite

Schloss Stavenhagen, Portalseite mit Turm
Die Stadt Stavenhagen wurde im Jahr 1230 erstmals als Stovenhage urkundlich erwähnt. Schon 34 Jahre später erhielt die Siedlung das Stadtrecht. Gegen Ende des Dreißigjährigen Krieges im Jahr 1648 wurde die Stadt zerstört. Auch die Großbrände in den Jahren 1727, 1746 vernichteten große Teile der Stadt. Um 1740 wurde auf den Grundmauern früherer Burganlagen das heutige Schloss errichtet.
Seit der Mitte des 18. Jahrhunderts waren Juden im Ort ansässig, die sich 1764 einen Jüdischen Friedhof einrichteten, der beim Novemberpogrom 1938 durch die Nazis verwüstet und 1943 eingeebnet wurde. Seit 1880 gibt es auch eine Synagoge, ebenfalls 1938 geschändet und angezündet, später als Tischlerei verwendet.
Zwischen 1774 und 1790 wurde die Stadtkirche neu gebaut und in den Jahren 1783–1788 das Rathaus errichtet. In der Amtszeit von Bürgermeister Georg Johann Jakob Reuter von 1808 bis 1845 kam es zum ersten wirtschaftlichen Aufschwung durch Einführung neuer landwirtschaftlicher Kulturen, Stallfütterung und die Gründung der ersten Lagerbierbrauerei Mecklenburgs.
1810 wurde in der Stadt Fritz Reuter, der Sohn des Bürgermeisters, geboren, der als einer der bedeutendsten Schriftsteller und Dichter niederdeutscher Literatur bekannt wurde. Er schilderte die Stadt mehrfach, besonders in Meine Vaterstadt Stavenhagen (1861).
Im Jahr 1864 bekam Stavenhagen einen Anschluss an das Eisenbahnnetz. Die 1913 in Betrieb genommene Kleinbahnstrecke Demmin-Stavenhagen wurde 1945 als Reparationsleistung demontiert. In den Gründerjahren zur Amtszeit des Bürgermeisters Dr. Fritz Schultetus von 1879 bis 1905 setzte die industrielle Entwicklung in Stavenhagen ein. Eine Zuckerfabrik, eine Molkerei, ein Schlachthof, eine Dampfmühle, ein Sägewerk, eine Ziegelei, ein Elektrizitätswerk, ein Feuerwehrhaus und ein Krankenhaus wurden gebaut. Im Jahr 1928 erhielt die Stadt eine zentrale Wasserversorgung und 1932 wurde die Katholische Kirche St. Paulus geweiht.
Im alten Stavenhagener Rathaus am Markt entstand 1960 das Fritz-Reuter-Literaturmuseum. 1972 wurde das bedeutendste private Wirtschaftsunternehmen des damaligen Bezirks Neubrandenburg, die Koffer KG Hermelink, als eine der letzten namhaften Firmen zwangsverstaatlicht und deren Besitzer außer Landes getrieben. Im Jahr 1974 wurde im Ortsteil Basepohl ein Standort der Nationalen Volksarmee gebaut. Nach der politischen Wende wurde ab 1991 der historische Stadtkern im Rahmen der Städtebauförderung grundlegend saniert; das Stadtbild mit dem Schloss hat sich stark verbessert. Durch die Kreisgebietsreform 1994 kam die Stadt vom aufgelösten Landkreis Malchin zum Landkreis Demmin. Seit der Kreisgebietsreform Mecklenburg-Vorpommern 2011 gehört Stavenhagen zum Landkreis Mecklenburgische Seenplatte.

Das Wappen wurde am 10. April 1858 von Friedrich Franz II., Großherzog von Mecklenburg-Schwerin festgelegt und unter der Nr. 13 der Wappenrolle von Mecklenburg-Vorpommern registriert.

Blasonierung: „In Gold ein hersehender, gold gekrönter schwarzer Stierkopf mit geschlossenem Maul, ausgeschlagener roter Zunge und silbernen Hörnern.“
Städtepartnerschaften

Ehemaliges Rathaus von Stavenhagen mit Fritz-Reuter-Denkmal, heute als Fritz-Reuter-Literaturmuseum dem Dichter gewidmet

Stadtkirche Stavenhagen
Preetz in der Holsteinischen Schweiz (Schleswig-Holstein) seit 7. Juli 1990
Werdohl im Sauerland (Nordrhein-Westfalen) seit 10. August 1990
Šilalė in Litauen seit 2. November 1994
Sehenswürdigkeiten

Das ehemalige Rathaus ist das Geburtshaus von Fritz Reuter und dient als Fritz-Reuter-Literaturmuseum. Davor steht das 1911 von Wilhelm Wandschneider geschaffene Fritz-Reuter-Denkmal.
Schloss Stavenhagen ist ein um 1740 entstandener Putzbau, der um 1890 um einen runden Treppenturm ergänzt wurde. Die Anlage war bis in die 1970er Jahre eine Schule und ist heute Verwaltungssitz und Standesamt von Stavenhagen.
Die Stadtkirche in Stavenhagen wurde 1782 erbaut und enthält Ausstattungsgegenstände verschiedener Epochen, neben Altar und Empore aus der Zeit ihrer Errichtung auch eine Kanzel um 1600 sowie die Lütkemüller-Orgel von 1861 mit einem älteren Orgelprospekt.
Die ehemalige Synagoge hat die Nazi-Zeit überstanden.
Wirtschaft. Nach der Wende konnte Stavenhagen eine für Mecklenburg-Vorpommern erstaunliche Ansiedlung von Unternehmen verzeichnen. Auf bisher zwei Gewerbegebieten sind heute vor allem Betriebe der Lebensmittelproduktion wie die Pfanni GmbH & Co. OHG, die Pommernland Fleisch- und Wurstwaren GmbH, die Immergut Dauermilch GmbH und die Tutower Senf GmbH sowie das Speditionsgewerbe, zum Beispiel mit der KP Logistik GmbH und der Dachser GmbH & Co. KG vertreten. Die Netto Supermarkt OHG hat in Stavenhagen ihr Zentrallager.

Bedingt durch die sprudelnden Gewerbesteuereinnahmen ist die Stadt seit 2005 schuldenfrei. Dies bringt für Familien eine Reihe von Annehmlichkeiten mit sich, wie etwa ein seit 2007 gezahltes sogenanntes Begrüßungsgeld für Neugeborene und Zuschüsse zur Kindergarten- und Schulspeisung. Als Nebeneffekt erhofft man sich, der rückläufigen Bevölkerungsentwicklung entgegen wirken zu können.
Verkehr: Stavenhagen liegt an der Bahnstrecke Bützow–Stettin, an der B 194 (Waren–Stavenhagen–Stralsund) und an der B 104 (Neubrandenburg-Teterow). Der nächste Autobahnanschluss (A 20) befindet sich in Altentreptow (ca. 20 km).

Söhne und Töchter der Stadt

Ralf Bartels, deutscher Kugelstoßer und Ehrenbürger der Stadt Stavenhagen
Anke Behmer, deutsche Leichtathletin
Carl Hanck-Müller, deutscher Behindertensportler und Funktionär
Bert Papenfuß-Gorek, deutscher Lyriker
Fritz Reuter, niederdeutscher Schriftsteller
Commons: Stavenhagen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur über Stavenhagen in der Landesbibliographie MV
stavenhagen.de
Fritz Reuter-Literaturmuseum
Stadtkirche Stavenhagen – Bilder und Informationen
Synagoge Stavenhagen
Orte in MV: Stavenhagen
Einzelnachweise

Mecklenburg-Vorpommern Statistisches Amt – Bevölkerungsstand der Kreise, Ämter und Gemeinden am 31.12.2011 (XLS)

Frank Pergande: Zurück in die Parteilosigkeit. In: FAZ vom 29. Juli 2012.
Mechthild Henneke: Wetterextreme in Deutschland 2009. In: Südkurier vom 28. April 2010
Hauptsatzung § 1, Abs. 1
Artikel im Hamburger Abendblatt vom 16. Dezember 2006

Städte und Gemeinden im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte

Alt Schwerin | Altenhagen | Altenhof | Altentreptow | Ankershagen | Bartow | Basedow | Beggerow | Beseritz | Blankenhof | Blankensee | Blumenholz | Bollewick | Borrentin | Bredenfelde | Breesen | Breest | Briggow | Brunn | Buchholz | Burg Stargard | Burow | Bütow | Cammin | Carpin | Cölpin | Dargun | Datzetal | Demmin | Dratow-Schloen | Duckow | Eichhorst | Faulenrost | Feldberger Seenlandschaft | Fincken | Friedland | Fünfseen | Galenbeck | Genzkow | Gielow | Glienke | Gnevkow | Godendorf | Göhren-Lebbin | Golchen | Gotthun | Grabow-Below | Grabowhöfe | Grammentin | Grapzow | Grischow | Groß Kelle | Groß Miltzow | Groß Nemerow | Groß Plasten | Groß Teetzleben | Grünow | Gültz | Gülzow | Helpt | Hohen Wangelin | Hohenbollentin | Hohenmocker | Hohenzieritz | Holldorf | Ivenack | Jabel | Jürgenstorf | Kargow | Kentzlin | Kieve | Kittendorf | Klein Vielen | Kletzin | Klink | Klocksin | Knorrendorf | Kratzeburg | Kriesow | Kublank | Kuckssee | Kummerow | Lärz | Leizen | Lindenberg | Lindetal | Ludorf | Malchin | Malchow | Massow | Meesiger | Melz | Mildenitz | Mirow | Möllenbeck | Möllenhagen | Mölln | Moltzow | Neddemin | Neetzka | Neubrandenburg | Neuenkirchen | Neu Gaarz | Neukalen | Neustrelitz | Neverin | Nossendorf | Nossentiner Hütte | Peenehagen | Penkow | Penzlin | Petersdorf | Pragsdorf | Priborn | Priepert | Pripsleben | Rechlin | Ritzerow | Röbel/Müritz | Röckwitz | Roggentin | Rosenow | Sarow | Schönbeck | Schönfeld | Schönhausen | Schwarz | Schwinkendorf | Siedenbollentin | Siedenbrünzow | Sietow | Silz | Sommersdorf | Sponholz | Staven | Stavenhagen | Stuer | Torgelow am See | Trollenhagen | Tützpatz | Userin | Utzedel | Varchentin | Verchen | Vielist | Vipperow | Voigtsdorf | Vollrathsruhe | Walow | Waren (Müritz) | Warrenzin | Werder | Wesenberg | Wildberg | Woggersin | Wokuhl-Dabelow | Wolde | Woldegk | Wredenhagen | Wulkenzin | Wustrow | Zepkow | Zettemin | Zirzow | Zislow

Qwelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Stavenhagen

Amt Seenlandschaft Waren

Das Amt Seenlandschaft Waren im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erstreckt sich vom Süden der Mecklenburgischen Schweiz bis in das Herz der Mecklenburgischen Seenplatte. Es umschließt die Stadt Waren (Müritz), die selbst nicht amtsangehörig ist, in der sich aber der Amtssitz befindet. Das Amt grenzt im Westen und Nordwesten an den Landkreis Rostock.

Von den zahlreichen Seen im Amtsgebiet seien die Müritz, der Kölpinsee, der Fleesensee (jeweils anteilig) sowie Großer Varchentiner SeeTorgelower SeeSpecker See und Jabelscher See (vollständig) genannt. Im Amtsgebiet liegen die Quellen der Nebel und der Ostpeene. Das von der Eiszeit geprägte Relief des Amtes Seenlandschaft Waren weist geringe Höhenunterschiede auf (von ca. 40 m ü. NHN (Großer Varchentiner See) bis 127 m ü. NHN (nahe demGrabowhöfer Ortsteil Panschenhagen). Das Amtsgebiet hat im Norden Anteile am Naturpark Mecklenburgische Schweiz und Kummerower See, im Westen am Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide und im Südosten am Müritz-Nationalpark.

Im Amt Seenlandschaft Waren sind 16 Gemeinden zur Erledigung ihrer Verwaltungsgeschäfte zusammengeschlossen. Das Amt wurde am 1. Januar 2005 aus den ehemaligen Ämtern Waren-Land und Moltzow gebildet.

Durch das Amtsgebiet, das von Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Tourismus geprägt wird, führen die Bundesstraßen 192 von Malchow über Waren (Müritz) nach Malchin, die B 108 von Waren (Müritz) nach Teterow sowie die B 194von Waren (Müritz) nach Stavenhagen. Durch den Bereich des Amtes führt die Hauptbahnlinie von Berlin nach Rostock und die Nebenbahnlinie von Waren (Müritz) nach Parchim.

Die Gemeinden mit ihren Ortsteilen

Quelle: http://de.wikipedia.org/wiki/Amt_Seenlandschaft_Waren

 

Sorgenlos:

 

Geschichte von Redaktion 

 

Im Herzen „Sorgenlos“

 

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Rosemarie Canel in ihrem Garten, hinter dem sich weite Felder erstrecken: „Ich sage mir jeden Morgen, wie schön ich es hier doch habe.“ Fotos: Leonie Mielke

von unserem Redaktionsmitglied
Leonie Mielke

Die Familie Canel lebt schon seit über zwei Jahrhunderten in Sorgenlos. Früher wohnten sie in dem alten Gutshaus, heute in einem Häuschen. Rosemarie Canel blickt zurück auf ein 90-jähriges Leben und die Umwälzungen des vergangenen Jahrhunderts.

Sorgenlos.„Ja, und dann wurden ,die verfluchten Junkert‘, die Familie meines Mannes, einfach enteignet und auf die Straße gesetzt“, erinnert sich Rosemarie Canel über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Rosemarie Canel war die Ehefrau von Richard Ramon Canel, der als letzter in der alten Tradition auf dem Gut aufwuchs. Obwohl sie und ihr Mann sich erst nach der Enteignung kennen und lieben lernten, fühlt sich Frau Canel dem Dorf Sorgenlos und der Familie ihres Mannes sehr verbunden.
Die heute 90-Jährige ist selbst auf einem Gut im heutigen Polen aufgewachsen: „So sehr unterschied sich das Leben auf den Gütern nicht. Mein Mann wurde genau wie ich sehr sparsam erzogen und das Leben auf einem Gut war, wie mein Vater immer sagte, ,Ora et labora – Bete und Arbeite‘“.
Laut den Erzählungen Rosemarie Canels waren die Canels im 17. Jahrhundert wohlhabende Kaufleute aus Hamburg, die sich einen Landsitz in Sorgenlos kauften und dort wirtschafteten. Zwischen Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern habe es schon seit Ewigkeiten einen intensiven Austausch gegeben, Kaufleute kauften Landsitze im jeweils anderen Land, junge Mädchen wurden zur Absolvierung einer Ausbildung hin- und hergeschickt und es wurde viel gehandelt und gereist.
Das Dorf und das Gut selbst haben sich über Jahrzehnte mit der Schafzucht, speziell Merinoschafen, über Wasser gehalten. Wie Frau Canel erzählt, seien die Dörfer früher viel lebendiger gewesen: Der Gutsherr war wie ein kleiner König, der sich um alles kümmerte und alle arbeiteten viel. Im Gutshaus lebten 10 bis 15 Menschen zusammen, nicht nur die Gutsfamilie selbst, sondern auch viele Arbeiter und ihre Familien. Die Gutsfrauen bewältigten jeden Tag logistische Herausforderungen und es gab noch viele heute nahezu ausgestorbene Berufe wie zum Beispiel den Stellmacher: „Es haben einfach alle in die Hände gespuckt.“ Trotzdem seien es gute Zeiten gewesen. An Ostern zum Beispiel habe ihr Schwiegervater, Ramon Canel, Schokolade im Park für die Dorfkinder versteckt.
Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Familie Canel nach Hamburg gegangen. Als ehemalige Gutsbesitzer durften sie nicht näher als 30 Kilometer an Sorgenlos heran. Das Dorf und das Gut erlebten das Schicksal vieler Dörfer nach dem Zweiten Weltkrieg und in der DDR. Viele Flüchtlinge siedelten sich in Sorgenlos an und Frau Canel erinnert sich, dass es nicht nur für die Flüchtlinge merkwürdig gewesen sei. Auch für die Familien, die plötzlich viele fremde Leute in der Wohnstube gehabt haben, sei es eine „wahnsinnige Zeit“ gewesen. Doch traumatisiert waren sie nie. Für so etwas hätten sie keine Zeit gehabt.
Für Rosemarie Canel und ihren vor zehn Jahren verstorbenen Mann stand immer außer Frage: „Wenn die Grenze geöffnet wird, gehen wir wieder nach Sorgenlos und bauen alles auf.“ So sind sie 1990 zurückgekommen, haben Teile des ehemaligen Gutsbesitzes gekauft und ein Haus gebaut.
Heute freut sich Rosemarie Canel über die häufigen Besuche ihrer sieben Enkel – für die Sorgenlos eine zweite Heimat sei, guckt, dass im Wald alles in Ordnung ist und kümmert sich um ihren großen Garten mit den vielen Blumen und die Schafe. „Ich versuche, alles in Sorgenlos zusammenzuhalten, solange ich lebe.“

Kontakt zur Autorin:
l.mielke@nordkurier.de

 

Geschichte von Redaktion 

 

Im Herzen „Sorgenlos“

 

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Das alte Gutshaus in Sorgenlos noch vor dem 2. Weltkrieg.

von unserem Redaktionsmitglied
Leonie Mielke

Die Familie Canel lebt schon seit über zwei Jahrhunderten in Sorgenlos. Früher wohnten sie in dem alten Gutshaus, heute in einem Häuschen. Rosemarie Canel blickt zurück auf ein 90-jähriges Leben und die Umwälzungen des vergangenen Jahrhunderts.

Sorgenlos.„Ja, und dann wurden ,die verfluchten Junkert‘, die Familie meines Mannes, einfach enteignet und auf die Straße gesetzt“, erinnert sich Rosemarie Canel über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Rosemarie Canel war die Ehefrau von Richard Ramon Canel, der als letzter in der alten Tradition auf dem Gut aufwuchs. Obwohl sie und ihr Mann sich erst nach der Enteignung kennen und lieben lernten, fühlt sich Frau Canel dem Dorf Sorgenlos und der Familie ihres Mannes sehr verbunden.
Die heute 90-Jährige ist selbst auf einem Gut im heutigen Polen aufgewachsen: „So sehr unterschied sich das Leben auf den Gütern nicht. Mein Mann wurde genau wie ich sehr sparsam erzogen und das Leben auf einem Gut war, wie mein Vater immer sagte, ,Ora et labora – Bete und Arbeite‘“.
Laut den Erzählungen Rosemarie Canels waren die Canels im 17. Jahrhundert wohlhabende Kaufleute aus Hamburg, die sich einen Landsitz in Sorgenlos kauften und dort wirtschafteten. Zwischen Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern habe es schon seit Ewigkeiten einen intensiven Austausch gegeben, Kaufleute kauften Landsitze im jeweils anderen Land, junge Mädchen wurden zur Absolvierung einer Ausbildung hin- und hergeschickt und es wurde viel gehandelt und gereist.
Das Dorf und das Gut selbst haben sich über Jahrzehnte mit der Schafzucht, speziell Merinoschafen, über Wasser gehalten. Wie Frau Canel erzählt, seien die Dörfer früher viel lebendiger gewesen: Der Gutsherr war wie ein kleiner König, der sich um alles kümmerte und alle arbeiteten viel. Im Gutshaus lebten 10 bis 15 Menschen zusammen, nicht nur die Gutsfamilie selbst, sondern auch viele Arbeiter und ihre Familien. Die Gutsfrauen bewältigten jeden Tag logistische Herausforderungen und es gab noch viele heute nahezu ausgestorbene Berufe wie zum Beispiel den Stellmacher: „Es haben einfach alle in die Hände gespuckt.“ Trotzdem seien es gute Zeiten gewesen. An Ostern zum Beispiel habe ihr Schwiegervater, Ramon Canel, Schokolade im Park für die Dorfkinder versteckt.
Nach dem zweiten Weltkrieg ist die Familie Canel nach Hamburg gegangen. Als ehemalige Gutsbesitzer durften sie nicht näher als 30 Kilometer an Sorgenlos heran. Das Dorf und das Gut erlebten das Schicksal vieler Dörfer nach dem Zweiten Weltkrieg und in der DDR. Viele Flüchtlinge siedelten sich in Sorgenlos an und Frau Canel erinnert sich, dass es nicht nur für die Flüchtlinge merkwürdig gewesen sei. Auch für die Familien, die plötzlich viele fremde Leute in der Wohnstube gehabt haben, sei es eine „wahnsinnige Zeit“ gewesen. Doch traumatisiert waren sie nie. Für so etwas hätten sie keine Zeit gehabt.
Für Rosemarie Canel und ihren vor zehn Jahren verstorbenen Mann stand immer außer Frage: „Wenn die Grenze geöffnet wird, gehen wir wieder nach Sorgenlos und bauen alles auf.“ So sind sie 1990 zurückgekommen, haben Teile des ehemaligen Gutsbesitzes gekauft und ein Haus gebaut.
Heute freut sich Rosemarie Canel über die häufigen Besuche ihrer sieben Enkel – für die Sorgenlos eine zweite Heimat sei, guckt, dass im Wald alles in Ordnung ist und kümmert sich um ihren großen Garten mit den vielen Blumen und die Schafe. „Ich versuche, alles in Sorgenlos zusammenzuhalten, solange ich lebe.“

Kontakt zur Autorin:
l.mielke@nordkurier.de

Quelle: Nordkurier
 

Dörpgeschichten von Leonie Mielke 

 

„Wir können nicht nur Wasser und Kneipen verkaufen“

Enrico Wähner ist ein Macher. Einer, der sich bewegt und voller Ideen steckt. Vor allem in Sorgenlos schafft und wirkt er seit gut zehn Jahren.

 

Enrico Waehner
Enrico Waehner
Foto: lm

Sorgenlos (lm)  

In Sorgenlos ist einiges los. Etliche Betriebe wie eine Zimmerei, eine Tiefbaufirma, ein Hausmeisterservice und andere Unternehmer bevölkern dieses winzige Dörfchen. Einer von ihnen ist Enrico Wähner. Der gebürtige Warener war ursprünglich nur auf der Suche nach einem Haus mit Ferienwohnungen – und als leidenschaftlicher Handwerker hat er sich in einen Dachstuhl in Sorgenlos verliebt. Seitdem lässt ihn das Dorf nicht mehr los.
Inzwischen hat er mit seinem Partner Ditmar Piontek einen Internetshop, den ersten überregionalen Büffet-Lieferservice, ein Werbenetzwerk, ein Dienstleistungsunternehmen und seit Beginn dieses Jahres einen Event-Club in Groß Gievitz eröffnet, die er zusammen mit seinen Partnern – dem Sorgenlosteam – betreibt.
Der gelernte Koch will die Region stärken; dafür nimmt er auch regelmäßig 16-Stunden Tage in Kauf. Denn die Region hätte sehr viel zu bieten, aber wenn sich niemand kümmere, würden die Touristen irgendwann fernbleiben. So wünscht er sich, dass es in unserer Touristenregion zumindest ein Spieleparadies und eine eigene Schwimmhalle gäbe, vor allem das Angebot für Familien sei einfach zu klein. „Wir können nicht nur Wasser und Kneipen verkaufen, das gibt es woanders auch.“
Außerdem vermisst er oft Solidarität unter den Müritzern. Würden alle an einem Strang ziehen, könne es der Region viel besser gehen, beziehungsweise wie Wähner es auf den Punkt bringt: „Wenn bei allen voll ist, ist es auch bei dem Einzelnen voll.“
Glücklich ist Wähner aber über den Namen seines Wohnortes. Der verkaufe sich einfach gut – daher beobachte er amüsiert, wie die Ortsnamenschilder immer wieder „Beine“ bekämen. Wähner erzählt, dass der Namenslegende zufolge einst zwei Bauern in dem noch unbenannten Dorf lebten, von denen einer viel zu vererben hatte, aber keinen Nachfolger. Als sein Bruder Vater eines zweiten Knaben wurde, rief der Bauer voller Glück: „Jetzt bin ich all meine Sorgen los.“ So soll das Dorf zu seinem Namen gekommen sein. Wähner sinniert aber weiter, dass der benachbarte Ort „Hungerstorf“ hieße und die Gutsherren der Canels mit ihren Schafen Sorgenlos zu einem gewissen Wohlstand verholfen habe; die einen hatten Torf, die anderen Schafe und Kies – vielleicht seien die Menschen in Sorgenlos einfach sorgenloser gewesen.

 

Quelle: Nordkurier

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